Evaluationsbericht zum GEMINI-Verbundprojekt „Politik und Partizipation in der Ganztagsschule“

Bibliografische Angaben

Thimmel, Andreas / Riß, Katrin (2006): Evaluationsbericht zum GEMINI-Verbundprojekt „Politik und Partizipation in der Ganztagsschule“. (74 S.).

Der vorliegende Evaluationsbericht beinhaltet das Design, die Methodik und die Ergebnisse der Evaluation des Verbundprojekts der GEMINI (Gemeinsame Initiative der Träger Politischer Jugendbildung im Bundesausschuss politische Bildung/bap) „Politik und Partizipation in der Ganztagsschule“. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte im Zeitraum von Februar bis November 2006. Untersucht werden sollten schwerpunktmäßig der Stellenwert der Angebote der politischen Jugendbildung aus Sicht der Schüler_innen und die Gelingensbedingungen für Kooperationen zwischen der politischen Jugendbildung und den Ganztagsschulen. In die Evaluation wurden insgesamt zehn einzelne Kooperationsprojekte aus sieben Bundesländern (Berlin, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen), zwischen Schulen und Mitgliedern der vier verschiedenen Trägergruppen der politischen Jugendbildung (Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. - AdB, Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland e.V. - aksb, Bundesarbeitskreis ARBEIT UND LEBEN - AL, Deutscher Volkshochschul-Verband e.V. – DVV) einbezogen (a.a.O., S. 3). Schon bei der Zusammensetzung zeigt sich eine starke Heterogenität der Einzelprojekte, z.B. in Bezug auf das Verständnis von politischer Jugendbildung (a.a.O., S. 9 f.).

Im Zuge der Evaluation wurden die Schüler_innen per Fragebogen und die Expert_innen (Projektverantwortliche, Teamer_innen, Dozent_innen) per E-Mail-Befragung befragt (a.a.O., S. 13 f.). Zudem wurden die Workshops im Rahmen des Verbundprojekts mit und für die Projektverantwortlichen und Sitzungen der Steuerungsgruppe teilnehmend beobachtet (a.a.O., S. 14).

Das Gesamtresultat der wissenschaftlichen Auswertung fällt insgesamt positiv aus, da alle Einzelprojekte ihre selbstgesteckten Ziele in Bezug auf die Schüler_innen erreichen konnten. Zudem konnte eine Stärkung des Interesses für Politik und für politische Jugendbildung nachgewiesen werden. Dies liegt, laut der befragten Expert_innen, an den im Vergleich zur Schule durch die Projekte gesteigerten Partizipationsmöglichkeiten (a.a.O., S. 52). Laut Thimmel und Riß ist der Organisationsaufwand für die Träger der außerschulischen politischen Bildung unverhältnismäßig viel größer als für die Schulen. Letztere nahmen die Angebote dankbar an, investierten aber kaum eigenen Ressourcen. Schulstrukturen im Ganztag wurden durch die Projekte nicht beeinflusst (a.a.O., S. 54). Dafür empfehlen die Forschenden, „muss die Veränderung der Schulstrukturen im Sinne einer Schaffung von besseren Rahmenbedingungen für Kooperationspartner als langfristiges Ziel weiter in den Fachdiskurs und seine politische Verwendung eingebracht werden“ (ebd.).  Abschließend empfehlen die Autor_innen u.a., dass sich außerschulische politische Bildner_innen am Teamer_innen-Modell orientieren sollten. Die Rolle der außerschulischen Bildner_innen sei als Gegenfigur zum Lehrer_innenbild zu verstehen, daher sollten kooperative Angebote politischer Bildung für Schüler_innen immer im Team durchgeführt werden (a.a.O., S. 58). Mit Hinblick auf das Gesamtprojekt kommen die Forscher_innen zu dem Schluss: „Für eine erfolgreiche weitere Beteiligung der Träger politischer Bildung an der Gestaltung des Ganztags ist eine vergleichbare Plattform zur Steuerung und Evaluation unabdingbar und als prozessfördernd einzustufen“ (a.a.O., S. 53).

 

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Zum Weiterlesen

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