Konsequent dialogische politische Bildung. Professionalisierungsfragen im Rahmen der Projektbegleitung „Dialog macht Schule“

Bibliografische Angaben

Fuhrmann, Brigitte (2016): Konsequent dialogische politische Bildung. Professionalisierungsfragen im Rahmen der Projektbegleitung „Dialog macht Schule“. In: Goll, Thomas/Oberle, Monika/Rappenglück, Stefan (Hrsg.) (2016): Herausforderung Migration. Perspektiven der politischen Bildung, Schwalbach/Ts., S. 108 – 114.

Brigitte Fuhrmann beschreibt in ihrem Sammelbandeintrag Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts „Dialog macht Schule“. „Dialog macht Schule“ hat vor allem Jugendliche mit (muslimischen) Migrationshintergrund als Zielgruppe und arbeitet mit einem Peer-Education-Konzept. Junge Akademiker_innen und Berufseinsteiger_innen mit Migrationshintergrund arbeiten hierbei mit Jugendlichen an Schulen. „Ziel des Modellprojekts war es, in konsequent diskursiven […] und handlungsaktiven Settings […] mit Schülerinnen und Schülern Gespräche über politische Themen anzuregen.“ (Fuhrmann 2016, S. 109). Innerhalb der Dialoggruppen fühlten sich die Schüler_innen ernst genommen und betrachteten „Dialog macht Schule“ als ein für sie passendes Projekt. Positiv wirkte sich aus, dass die Jugendlichen ihre eigenen Fragen und Probleme diskutieren konnten. Zusätzlich „[…] ist es symbolisch zunächst von höchster Relevanz, dass das Personal des Projekts über ähnliche Herkunftserfahrungen verfügt wie die Schülerinnen und Schüler. Über dieses Merkmal wurde zunächst Nähe zur Zielgruppe aufgebaut. Diese Nähe wirkte als Türöffner und Katalysator für die Intensität der Dialogsitzungen.“ (a.a.O., S. 110). Als Herausforderung beschreibt die Autorin, dass bei der Auswahl von Partnerschulen zunehmend Kooperationen mit Gymnasien eingegangen wurden, wobei das Projekt auf die Arbeit an Haupt- und Realschulen ausgerichtet war. „Wenn gelingender Beziehungsaufbau zum Kernkriterium eines Bildungsprozesses gemacht wird, kann das in der Realität der Schule zu einer Fokussierung auf Schularten oder Dialoggruppen führen, in denen dieser Aufbau leichter gelingt.“ (a.a.O., S. 113). Dies ist auch eine Frage, die bei der Professionalisierung von Lehrkräften eine Rolle spielt, so Fuhrmann. 

Bezugsquelle: Wochenschau Verlag

 

Zum Weiterlesen

  • Jahresthema 2016 „Wenig erreichte Zielgruppen der politischen Bildung – Forschung zu Zugangsmöglichkeiten“ mehr lesen

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