Politikunterricht als Möglichkeitsraum. Perspektiven auf schulische politische Bildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Bibliografische Angaben
Gessner, Susann (2014): Politikunterricht als Möglichkeitsraum. Perspektiven auf schulische politische Bildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Schwalbach/Ts. (342 S.)
Für die qualitative Studie führte Susann Gessner 13 Interviews mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund der zehnten Klasse. „Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, aus den qualitativen lebenswelt- und alltagsnahen Daten heraus eine Theorie über die Rezeptionsweisen schulischer politischer Bildung (Fachunterricht) von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu generieren und zu überprüfen.“ (Gessner 2014, S. 78). Die Autorin folgert aus den Ergebnissen, dass es wichtig ist, die Jugendlichen als Ausgangspunkt für politische Bildung zu nehmen. Bildungs- und Lernangebote sollten entsprechend variieren. „Es geht also um eine am Menschen, am Subjekt orientierte politische Bildung, die vor allem induktiv mit den Konzepten der Schülerinnen und Schüler selbst arbeitet.“ (a.a.O., S. 312). Der Politikunterricht bietet die Chance, in einem institutionell schützenden Rahmen, Haltungen und Sichtweisen zu verhandeln. Jugendliche können im Unterricht Politik als eigene Denkweise entwickeln. Sie benötigen den Politikunterricht auch, um sich sprechend mitteilen zu können, so die Autorin. Dafür braucht es offene und gleichberechtigte Bedingungen und Voraussetzungen. Susann Gessner richtet ihr Augenmerk in der Studie auf die individuellen und lebensweltlichen Bedingungen der Schüler_innen und zeigt auf, wie sie sich politisch bilden. Sie folgert, dass interdisziplinäres Denken notwendig ist und empfiehlt „[…] die Ausbildung einer Reflexions-, Deutungs- und Handlungskompetenz […], die sich auf einen didaktischen und pädagogischen Umgang mit Heterogenität bezieht. Diese muss für kulturelle und soziale Merkmale der jugendlichen Schülerinnen und Schüler sensibel sein und sollte nicht nur auf die unterschiedlichen Vorstellungen zu Sachthemen Bezug nehmen.“ (a.a.O., S. 313f).
Bezugsquelle: Wochenschau Verlag
Zum Weiterlesen
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