Politisches Interesse und Politische Bildung. Zum Stand des Bürgerbewusstseins Jugendlicher und junger Erwachsener

Bibliografische Angaben

Lange, Dirk/Onken, Holger/Slopinski, Andreas (2013): Politisches Interesse und Politische Bildung. Zum Stand des Bürgerbewusstseins Jugendlicher und junger Erwachsener, Wiesbaden. (120 S.)

In ihrer Studie aus dem Jahr 2009 untersuchen Dirk Lange, Holger Onken und Andreas Slopinski das Bürgerbewusstsein und das politische Interesse Jugendlicher und junger Erwachsener in Niedersachsen. Eine zentrale Frage ist, welche Faktoren die Vorstellungen der Jugendlichen von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft beeinflussen? „Entsprechende Untersuchungen sind notwendig, um Konzepte der politischen Bildung weiterzuentwickeln und möglichst zielgenau auf bestimmte Gruppen anzuwenden.“ (Lange/Onken/Slopinski 2013, S. 15). Unmittelbar nach der Bundestagswahl 2009 befragten die Autoren 1236 Schüler_innen an elf Schulen in Niedersachsen. Aus den Ergebnissen der Befragung folgern die Autoren, dass kein generelles Desinteresse an Politik unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen besteht. Es lassen sich aber auch Defizite aufzeigen, die besonders bei den Befragten mit niedrigen sozialen Status zu finden waren. „Eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland besteht weniger durch deren Ablehnung, Probleme könnten eher durch eine zunehmende Distanz zwischen Bürgern und demokratischen Institutionen entstehen.“ (a.a.O., S. 114). Die Studie gibt einen detaillierten Überblick über politisches Interesse, Parteipräferenzen, Bildungsziele und Zukunftserwartungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dadurch, dass diese einzelnen Elemente wiederum in Zusammenhang mit anderen gesetzt werden (z. B. Demokratiezufriedenheit, Schichtzugehörigkeit, politischen Maßnahmen) entsteht ein differenziertes Bild. Die Autoren heben die Möglichkeit hervor, dass durch den Politikunterricht immer noch breite Reihen von Schüler_innen erreicht werden können. Sie weisen jedoch auch auf problematische Ergebnisse hin. Dazu gehören u. a. die mittelmäßige Demokratiezufriedenheit und dass 30 Prozent der Befragten, unabhängig von ihrer Parteipräferenz, Ausländer_innen für viele Probleme in Deutschland verantwortlich machten. Aufgrund der facettenreichen Analyse kann die Studie auch über einzelne Aspekte Aufschluss geben, die bei der Organisation und Durchführung von Bildungsprozessen als Fragen aufgeworfen werden.
 

Bezugsquelle: Springer VS

 

Zum Weiterlesen

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