Jung – politisch – aktiv?! Politische Einstellungen und politisches Engagement junger Menschen. Ergebnisse der FES-Jugendstudie 2015

Bibliografische Angaben

Gaiser, Wolfgang/Hanke, Stefanie/Ott, Kerstin (Hrsg.) (2016): Jung – politisch – aktiv?! Politische Einstellungen und politisches Engagement junger Menschen. Ergebnisse der FES-Jugendstudie 2015. (200 S.)

Die Studie der Friedrich Ebert Stiftung aus dem Jahr 2015 untersucht politische Einstellungen und politisches Engagement junger Menschen im Alter von 14 bis 20 Jahren. Insgesamt wurden 2.075 Jugendliche online befragt, 20 von ihnen nahmen an vertiefenden Interviews teil. In der Studie wurde u. a. danach gefragt, wie sich junge Menschen politisch beteiligen, welche Faktoren politisches Engagement befördern und was Jugendliche, die sich besonders engagieren, antreibt. Einige Erkenntnisse der Studie waren, dass sich die befragten Jugendlichen nicht in ihrem Engagement festlegen wollten. 42 Prozent beteiligten sich politisch-gesellschaftlich, 16 Prozent politisch. Es gab eine Vielfalt an Handlungsformen, die häufig unkonventionell und temporär waren. „[…] [D]ie Bereitschaft, in Institutionen mitzuwirken, in Parteien mitzuarbeiten, Ämter zu übernehmen oder Mitglied in einem Jugendparlament bzw. kommunalen Gremium zu werden, fällt im Großen und Ganzen gering aus.“ (Gaiser/Hanke/Ott 2016, S. 30). Gleichzeitig wurde in der Studie festgestellt, dass einige Gruppen schwerer Zugang zu Politik fanden, hierzu zählten Mädchen und junge Frauen, formal niedriggebildetere Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Als dominierender Motivationsfaktor für politisches Engagement konnte das politische Interesse herausgestellt werden, außerdem wird in der Publikation auf die Bedeutung von Bildung hingewiesen. Die Autor_innen geben Empfehlungen für formale und non-formale Bildung. „Schulen sollten ein Lernort für Demokratie sein und nicht nur einen Beitrag zur Schaffung von »Humankapital« leisten, sondern auch demokratische Orientierungen und Sozialkapital mit einem Nutzen für Einzelne und die Gemeinschaft stärken.“ (a.a.O., S. 69). Auch die qualitativen Interviews mit engagierten Jugendlichen zeigten die Bedeutung der Schule als Sozialisationsinstanz. Des Weiteren wird in der Publikation darauf aufmerksam gemacht, dass „[…] sich die politische Jugendbildung mit dem Augenmerk auf sozial- und bildungsbenachteiligte Jugendliche in dem Dilemma [befindet; TpB], dass sich jenseits der Bildungsveranstaltungen nur bedingt geeignete und offene politische Gruppen und Aktivitäten anbieten, an die diese Jugendlichen andocken können.“ (a.a.O., S. 128). 

 

Zum Weiterlesen

  • „Mädchen und junge Frauen müssen besonders angesprochen werden.“ Interview mit Martina Gille, Leiterin des Kompetenzteams Jugend beim Deutschen Jugendinstitut (DJI) mehr lesen
  • Jahresthema 2016 „Wenig erreichte Zielgruppen der politischen Bildung – Forschung zu Zugangsmöglichkeiten“ mehr lesen

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