Wie stark identifizieren sich muslimische Jugendliche mit Deutschland? Empirische Analysen und Handlungsansätze für die politische Bildung

Bibliografische Angaben

Hajji, Rahim/Achour, Sabine (2015): Wie stark identifizieren sich muslimische Jugendliche mit Deutschland? Empirische Analysen und Handlungsansätze für die politische Bildung. In: Politikum, 3/2015, Schwalbach/Ts., S. 82-86.

Im Rahmen einer Studie zur Juniorwahl 2013 an Berliner Schulen befragten Sabine Achour und Rahim Hajji 566 Schüler_innen an Gymnasien und 169 Schüler_innen an Integrierten Sekundarschulen. Ein Ergebnis der explorativen Studie ist, dass sich muslimische Jugendliche deutlich weniger mit Deutschland identifizierten als nicht-muslimische Jugendliche. Auf die Identifikation wirken sich unterschiedliche Faktoren aus, so die Autor_innen. Hierzu zählen Migrationserfahrungen, der Klassenverband und das Vertrauen in politische Institutionen, das bei muslimischen Jugendlichen weniger ausgeprägt war als bei nicht-muslimischen. „Politische Bildungsprozesse, die das Vertrauen in politische Institutionen fördern und das demokratische Konfliktverhalten trainieren, haben eine […] Chance, Identifikationsgefühle zu evozieren. Konstruktiv erlebte politische Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse in einer auf Anerkennung basierenden Gruppe scheinen Identifikationsmöglichkeiten darzustellen, die ethnische Grenzziehungen reduzieren.“ (Hajji/Achour 2015, S. 90f).
 

Bezugsquelle: Wochenschau Verlag

 

Zum Weiterlesen

  • Jahresthema 2016 „Wenig erreichte Zielgruppen der politischen Bildung – Forschung zu Zugangsmöglichkeiten“ mehr lesen

Ähnliche Studien/Autor_innen: