Politische Jugendbildung und Schule. Voraussetzungen und Wege gelingender Kooperation. Evaluationsbericht zum Projekt „PiG – Politische Bildung und Qualität im Ganztag”

Bibliografische Angaben

Chehata, Yasmine/Thimmel, Andreas (2011): Politische Jugendbildung und Schule. Voraussetzungen und Wege gelingender Kooperation. In: Schriftenreihe des Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung. Köln. (S. 56).

Die Evaluation von Yasmine Chehata und Prof. Dr. Andreas Thimmel (2011) wurde im Auftrag des Bundesarbeitskreises Arbeit und Leben durchgeführt. Evaluiert wurde das Projekt „PiG - Politische Jugendbildung und Qualität im Ganztag“ (Laufzeit: 2009 bis 2010). In dem bundesweiten Projekt stand die Zusammenarbeit von Schule und außerschulischer Jugendbildung im Ganztag im Fokus. „PiG“ war das Nachfolgeprojekt von „Politik und Partizipation in der Ganztagsschule“ der Gemeinsamen Initiative der Träger Politischer Jugendbildung im bap (GEMINI).

Die Evaluation hatte zwei Forschungsschwerpunkte. Zum einen stand die Frage im Vordergrund, wie Kooperation gelingen kann und zum anderen sollten die Herausforderungen politischer Bildungsangebote im Ganztag herausgearbeitet werden. Dafür wurden zwölf Leitfaden- und Expert_inneninterviews geführt, davon sechs mit den Projektverantwortlichen und je drei mit Teamer_innen und Lehrer_innen. Die Interviews wurden qualitativ mit der Grounded Theory Methode ausgewertet.

Als zentrale Herausforderungen stellen die Autor_innen die fehlende Freiwilligkeit (a.a.O, S. 26) und die besondere Vermittlungsproblematik von politischer Bildung (a.a.O., S. 13) dar. Während der Aspekt der fehlenden Freiwilligkeit ein Spezifikum der Schule ist, trifft die Vermittlungsproblematik sowohl auf den schulischen als auch auf den außerschulischen Bereich zu. Die Autor_innen der Studie betonen die Heterogenität der beteiligten Schulen und die Vielzahl der Kooperationen, weswegen sich Erwartungen der Akteur_innen nicht ausreichend präzisieren lassen. „Eine Beantwortung ‚was Schule will‘ kann folglich nur auf der Grundlage gemeinsamer Gespräche hin zu einer Kooperation geschehen“ (a.a.O., S. 45). Besonders voraussetzungsvoll sind Kooperationen, die den Anspruch haben, die Eigenlogiken der Kooperationspartner zu respektieren.

Ergebnis der Studie ist unter anderem ein Modell, welches die Dimensionen für gelungene Kooperationen darstellt und die Rahmenbedingungen, Wertehaltung, Kommunikation, Koordination, Qualitätsorientierung und Ressourcen mit unterschiedlichen Unterdimensionen in ihrer Wichtigkeit für die Beteiligten hierarchisiert (a.a.O., S. 46). Chehata und Thimmel resümieren: „Jugendbildungsarbeit ist gewinnbringender Partner für Schule, allerdings nur dann wenn die Akteure der Jugendbildungsarbeit sich mit ihrer eigenständigen Bildungs-Professionalität einbringen“ (a.a.O., S. 50).

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Zum Weiterlesen

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