„Gegenstandsangemessene Wirkungsevaluation in Demokratieförderung und nonformaler politischer Bildung. Eine fachliche Einordnung am Beispiel des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!’"

Foto: Christoph Honig

Ein Analysepapier des Projekts „Fachstelle politische Bildung – Wissens-Hub“ (2025–2027) von Transfer für Bildung e.V.

Wie lassen sich Wirkungen von Förderprogrammen zu Demokratieförderung, Vielfaltgestaltung, Extremismusprävention und politischer Bildung angemessen untersuchen und bewerten? Mit dem Analysepapier „Gegenstandsangemessene Wirkungsevaluation in der Demokratieförderung und nonformaler politischer Bildung“ möchte Transfer für Bildung e.V. am Beispiel der Evaluationsmethodik von „Demokratie leben!“ die Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Untersuchung von Wirkungen der politischen Bildung anregen. 

Zunehmendes politisches und öffentliches Interesse an wissenschaftsbasierter Programmentwicklung erhöht den Druck auf Förderpraxis und Träger, Wirksamkeit nachzuweisen. Auch wenn viele methodologische Probleme noch unzureichend geklärt sind, gibt es fundierte und gegenstandangemessene Ansätze und Beispiele für die Beantwortung folgender Fragen: Welcher Wirkungsbegriff ist in den genannten Feldern angemessen? Welche Untersuchungsansätze erzeugen belastbare Belege und scheitern nicht an strukturellen Eigenschaften des Gegenstands?

Das Analysepapier zeigt, warum kausale Wirkungsnachweise im Sinne des randomisierten Kontrollgruppenexperiments im Feld der Demokratieförderung und politischen Bildung aus erkenntnistheoretischen, feldspezifischen und empirischen Gründen in den meisten Kontexten nicht realisierbar sind. Zugleich beschreibt es, welche wissenschaftlich anerkannten Ansätze stattdessen möglich und methodisch angemessen sind. Dafür wird die Evaluation des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ in seiner zweiten Förderperiode (2020–2024) als Beispiel herangezogen. Es handelt sich dabei um das bisher methodisch ambitionierteste Evaluationsvorhaben in einem Feld mit ähnlichen strukturellen Eigenschaften wie die der nonformalen politischen Bildung: nonformale Settings, heterogene Zielgruppen, normativ aufgeladene Gegenstände und ein ausgeprägter Koproduktionscharakter pädagogischer Prozesse.

Das Papier stellt das Konzept der Gegenstandsangemessenheit vor, das in der wissenschaftlichen Fachdiskussion als anerkanntes Gütekriterium empirischer Sozialforschung gilt. Es erläutert die theoriebasierten Evaluationsverfahren, die der Evaluationsverbund von „Demokratie leben!“ eingesetzt hat, und zeigt die methodische Leistungsfähigkeit dieser Ansätze. Ein zentraler Befund des Papiers lautet: Gegenstandsangemessene Evaluationsverfahren erklären, wie, für wen und unter welchen Bedingungen etwas wirkt. Ihre Erfassung von Kontextfaktoren erhöht die Aussagekraft der Untersuchungen und macht die Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Praxis nutzbar. Das Papier benennt auch Einschränkungen und Grenzen dieser Ansätze und leitet Schlussfolgerungen für die politische Bildung ab, deren Ziele – Subjektorientierung, Reflexionsfähigkeit, politische Urteilsbildung, Mündigkeit und Multiperspektivität –schwerer zu operationalisieren sind als in vielen anderen Förderfeldern. Das macht die Anforderungen an gegenstandsangemessene Wirkungsforschung deutlich, zeigt aber zugleich, dass entsprechende Ansätze vorhanden sind und weiterentwickelt werden können.

Das Analysepapier ist im Rahmen des Projekts Fachstelle politische Bildung – Wissens-Hub (2025–2027) von Transfer für Bildung e.V. entstanden, das vorhandene Studien und Erkenntnisse zur nonformalen politischen Bildung systematisch aufbereitet, wissenschaftsbasierte Debatten anregt und den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis fördert. Eine Langfassung und eine kompakte Kurzfassung stehen zum Download bereit.
 

Download

Langfassung [ PDF | 564 KB ]
Kurzfassung [ PDF | 392 KB

 

Zitationsvorschlag Langfassung: Transfer für Bildung e.V. (Hrsg.) (2026): Gegenstandsangemessene Wirkungsevaluation in Demokratieförderung und nonformaler politischer Bildung. Eine fachliche Einordnung am Beispiel des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Fachstelle politische Bildung – Wissens-Hub, online: https://transfer-politische-bildung.de/fileadmin/user_upload/transfermaterial/veroeffentlichungen/Langfassung_TfB_2026-Gegenstandsangemessene-Wirkungsevaluation.pdf 
 

Zitationsvorschlag Kurzfassung: Transfer für Bildung e.V. (Hrsg.) (2026): Gegenstandsangemessene Wirkungsevaluation in Demokratieförderung und nonformaler politischer Bildung. Eine fachliche Einordnung am Beispiel des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Kurzfassung. Fachstelle politische Bildung – Wissens-Hub, online: https://transfer-politische-bildung.de/fileadmin/user_upload/transfermaterial/veroeffentlichungen/Kurzfassung_TfB-2026-Gegenstandsangemessene_Wirkungsevaluation.pdf 
 

 

Veröffentlicht am 15.05.2026

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