Comparative Data Report 2014-2020

Bibliografische Angaben

Böhler, Johanna / Fennes, Helmut / Karsten, Andreas / Mayerl, Martin (2021): Comparative Data Report. Effects and outcomes of the Erasmus+ Youth in Action Programme from the perspective of project participants and project leaders. Berlin/Wien (324 S.)

Das europäische Forschungsnetzwerk „RAY – Research-based Analysis and Monitoring of European Youth Programmes“ begleitet die EU-Programme Erasmus+ Jugend (vormals Erasmus+ Jugend in Aktion) und das Europäische Solidaritätskorps wissenschaftlich und möchte damit empirische Erkenntnisse über die Prozesse und Wirkungen nonformaler Bildung gewinnen. Das RAY-Netzwerk besteht aktuell aus 35 Netzwerkpartnern in 34 Ländern. In diesem Eintrag wird der „Comparative Data Report“ des RAY-Netzwerks vorgestellt, in dem transnationale Daten des EU-Programms Erasmus+ Jugend in Aktion von den Jahren 2014 bis 2020 vergleichend analysiert werden. Unter anderem wird nach Wirkungen auf gesellschaftliche und politische Partizipation sowie Active Citizenship gefragt.

 

Forschungsdesign

Für diese Studie wurden zwei mehrsprachige, standardisierte Online-Fragebögen genutzt, einer für Teilnehmende und einer für Projektleitungen/Teammitglieder von Erasmus+ Jugend in Aktion (E+/YiA). Es gab insgesamt drei Erhebungszyklen: 2015/2016, 2017/2018 und 2019/2020. Nach jedem Erhebungszyklus wurden die Fragebögen leicht angepasst (siehe ebd.: 16).

Folgende Programmaktivitäten wurden untersucht: Europäischer Jugendaustausch, europäischer Freiwilligendienst, Jugenddialog, Mobilität von Jugendlichen und Jugendarbeiter*innen sowie Training and Cooperation Activities (siehe ebd.).

2015/2016 beantworteten ca. 26 000 Projektteilnehmenden und über 4 600 Projektleitungen/Teammitglieder die Fragebögen (siehe ebd.: 17).

2017/2018 beantworteten nahezu 35.000 Projektteilnehmenden und 7 200 Projektleitungen/Teammitglieder die Fragebögen (siehe ebd.).

2019/2020 beantworteten über 23 000 Projektteilnehmenden und über 4 500 Projektleitungen/Teammitglieder die Fragebögen (siehe ebd.).

 

Struktur des Reports

Anfangs werden die im Gesamtreport aufgeführten Tabellen und Abbildungen aufgelistet, außerdem auch genutzte Abkürzungen und Definitionen sowie die in RAY-Netzwerk involvierten Länder und RAY-Forschungsprojekte (siehe ebd.: 5-14).

Danach gehen die Autor*innen auf die Forschungsmethode und das Forschungsverfahren ein. So werden u.a. die Zahlen zu Rücklaufquoten genannt, das Vorgehen zur Datenbereinigung erklärt oder auf die Reliabilität (Zuverlässigkeit, Belastbarkeit, Wiederholbarkeit) der Studie eingegangen (siehe ebd.: 16-24).

Danach folgt eine genaue Aufschlüsselung der Ergebnisse aller drei Erhebungszyklen in Tabellen. Diese sind wie folgt aufgeteilt:

  • Ergebnisse zur Stichprobe, z.B. Rücklaufquote nach Land oder Anzahl an Projektleitungen/Teammitgliedern nach Land (siehe ebd.: 26-55),
  • Ergebnisse zu den Befragten, wie Geschlecht, Alter, Fragen zu Motivation und Inklusion usw. (siehe ebd.: 56-206),
  • Ergebnisse zur Umsetzung von E+/YiA, z.B. Zugang zum Programm, Antragsstellung und Förderverwaltung und Projektvorbereitung und -umsetzung (siehe ebd.: 207-237),
  • Ergebnisse zu Wirkungen von E+/YiA, beispielsweise Fähigkeiten- und Kompetenzentwicklung, Partizipation und Active Citizenship (aktive Bürgerschaft), Einstellungen und Werte oder Mobilität (siehe ebd.: 238-309).

 

Anmerkungen der Fachstelle politische Bildung

Insbesondere die Ergebnisse zu Wirkungen von E+/YiA auf gesellschaftliche und politische Partizipation sowie Active Citizenship sind für politische Bildung interessant. So gaben in allen drei Erhebungszyklen über 60 Prozent der befragten Teilnehmenden an, dass sie nach ihrer Teilnahme an E+/YiA kulturelle Vielfalt mehr zu schätzen gelernt haben. 22-24 Prozent gaben in allen drei Erhebungszyklen an, dass sie nach ihrer Teilnahme an E+/YiA mehr am demokratischen/politischen Leben partizipieren, knapp 50 Prozent waren nach E+/YiA mehr daran interessiert, Jugendpolitik voranzutreiben. Ähnliche Ergebnisse zeigen sich bei den befragten Projektleitungen/Teammitgliedern (siehe ebd: 271-279). Es lässt sich also feststellen, dass sowohl die Teilnahme junger Menschen an einem von E+/YiA geförderten Projekt/Austausch/Freiwilligendienst/etc. als auch das Arbeiten dort als pädagogische Fachkraft/Teamer*in Auswirkungen auf politische Einstellungen und Handlungsweisen hat bzw. haben kann.

Damit sind die Wirkungen nonformaler Aktivitäten und Bildungsmaßnahmen – in Deutschland und im europäischen Kontext – für politische Bildung nicht zu unterschätzen. Das RAY-Netzwerk liefert dazu wichtige empirische Erkenntnisse, die nicht nur für die Weiterentwicklung von E+/YiA, dessen Programmbereiche und die dort angesiedelten Projekte relevant sind, sondern auch für Wirkungsforschung politischer Bildung im nonformalen Bildungsbereich insgesamt.

 

Bezugsquelle: [ PDF | 7,26 MB ]

 

Veröffentlicht am 07.11.2023

 


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