Kooperation mit Migrantenorganisationen. Studie im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge

Bibliografische Angaben

Hunger, Uwe/Metzger, Stefan (2011): Kooperation mit Migrantenorganisationen. Studie im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Münster. (97 S.)

Für die Studie im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge wurden zwölf Kooperationen von Migrantenorganisationen und „etablierten“ Trägern in Berlin untersucht. Hierzu zählten auch Bildungsträger. Für die Studie wurden problemfokussierte Einzelinterviews mit Verantwortlichen, Beobachtungen, Gruppendiskussionen mit Vertreter_innen beider Seiten und eine Befragung der Mitglieder und Kooperationsteilnehmer_innen durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie zeigen unterschiedliche Erfolgsfaktoren, aus denen die Autoren Handlungsempfehlungen ableiten. Zu den Erfolgsfaktoren zählt, „dass die ursprüngliche Motivation für die Zusammenarbeit von beiden Kooperationspartnern ausgeht. […] Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob die Kooperation von oben initiiert wurde (top-down) oder aus Initiative der beiden Kooperationspartnern [sic] entstand (bottom-up). Denn zumindest unsere Untersuchung hat ergeben, dass insbesondere bottom-up-Mobilisierungen erfolgreiche Kooperationen dargestellt haben.“ (Hunger/Metzger 2011, S. 74). Außerdem wird von den Autoren der Einfluss der Förderpolitik hervorgehoben. Für die jeweiligen Kooperationen sollten positive Rahmenbedingungen geschaffen werden und gleichzeitig nicht zu viel Einfluss auf die eigentliche Kooperation ausgeübt werden. Weiterhin sollten Kooperationen in ihrem prozesshaften Charakter verstanden werden. „Denn es wurde deutlich, dass eine gleichwertige Partnerschaft nicht nur in einer Phase der Zusammenarbeit, sondern über den gesamten Prozess der Kooperation, von der Projektkonzeption über die Antragsstellung bis zur Durchführung, bedeutend ist.“ (a.a.O., S. 77). Erfolgsversprechend war es auch, wenn die Partner aus freien Stücken zusammenfanden und inhaltlich zusammenpassten. „Zusammenfassend hat unsere Studie gezeigt, dass in Kooperationen zwischen Migrantenorganisationen und etablierten Trägern ein erhebliches Potential besteht, dass beide Seiten von der Zusammenarbeit profitieren. Etablierte Träger verfügen zumeist über größere Ressourcen und haben beispielsweise Zugang zu Geldgebern. Andersherum verfügen Migrantenorganisationen über spezifisches Wissen über ihre Zielgruppe und bringen andere Erfahrungen mit in die Zusammenarbeit ein. Wenn beides zusammenkommt, können beide Seiten viel voneinander lernen und es können Synergieeffekte entstehen.“ (a.a.O., S. 79f). 
 

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Zum Weiterlesen

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