Gespaltene Mitte – Feindselige Zustände. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland
Bibliografische Angaben
Zick, Andreas/Küpper, Beate/Krause, Daniela (2016): Gespaltene Mitte – Feindselige Zustände. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2016, Bonn. (238 S.)
Die Studie aus dem Jahr 2016 gibt einen Überblick über menschenfeindliche und rechtsextreme Einstellungen in Deutschland. Die Autor_innen und formulieren darüber hinaus Leitmotive für die politische Bildung. Seit 2006 wird die Studie alle zwei Jahre herausgegeben. 2016 wurden insgesamt 2.008 Personen telefonisch befragt. 21 Prozent der Befragten teilten rechtspopulistische Einstellungen, 42 Prozent wiesen ein national-chauvinistisches Einstellungsmuster auf. Die Autor_innen weisen darauf hin, dass sich Elemente der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in weiten Teilen verfestigt haben, auch wenn sie im Bevölkerungsquerschnitt nicht mehr geworden sind. In Bezug auf Personen, die mit der AfD sympathisieren, beschreiben die Autor_innen eine besondere Herausforderung für die politische Bildung: „Wenn menschenfeindliche Bilder und Narrative von der Mehrheit einer Gruppe geteilt werden, dann verschiebt sich das Vorurteil von der Ideologie zur sozialen Norm.“ (Zick/Küpper/Krause 2016, S. 210). Die Autor_innen erwarten, „[…] dass gerade AfD-Anhänger und -Anhängerinnen menschenfeindliche Meinungen gar nicht als Vorurteile und Feindseligkeiten betrachten, sondern als berechtigte politische Anliegen.“ (ebd.).
Weiterhin messen sie Fragen der Identität eine wichtige Bedeutung bei. Empfohlen wird die Stärkung des Verfassungspatriotismus, um so eine Zugehörigkeit zu einer Rechtsgemeinschaft herzustellen. Eine weitere drängende Frage ist, wie Bürger_innen davon zu überzeugen sind, dass soziale und gesellschaftliche Herausforderungen (wie zum Beispiel die Integration geflüchteter Menschen) gemeistert werden können. Unter der Überschrift „Mehr Demokratie leben“ werden Leitmotive politischer Bildung formuliert. Hierzu zählen die Anerkennung zivilgesellschaftlichen Kapitals und die Ermöglichung zivilgesellschaftlicher Bildung. Politische Bildung kann hierzu einen Beitrag leisten, muss selber aber auch für Konflikte fit gemacht werden, so die Autor_innen. Ein weiteres Leitmotiv politischer Bildung sollte sein, eine Kultur der Gleichwertigkeit zu schaffen. Hierbei weisen die Autor_innen darauf hin, dass die gesellschaftliche Teilhabe von Personengruppen, die von Ausgrenzung betroffen sind, gestärkt werden muss.
Bezugsquelle: Friedrich-Ebert-Stiftung
Zum Weiterlesen
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