Landkarte der Forschung und Topografie der Praxis politischer Bildung nehmen weiter Form an

Landkarte der Forschung und Topografie der Praxis politischer Bildung nehmen weiter Form an Am 3. Dezember 2018 haben Vertreter_innen aus Wissenschaft und Praxis politischer Bildung die weiterentwickelten Entwürfe einer „Landkarte der Forschung zur politischen Bildung“ und einer „Topografie der Praxis politischer Bildung“ diskutiert. Die Fachstelle politische Bildung hatte erneut zu einem Fachforum und einer anschließenden Beiratssitzung nach Essen eingeladen. Beide Vorhaben wurden bereits beim ersten Fachforum Mitte Oktober 2018 in Bremen als „mutig und dringend notwendig“ bezeichnet. Auch in Essen gab es viel positives Feedback, konstruktive Kritik und Rückenstärkung.


Foto Fachforum und Beiratssitzung in Essen

Fachforum und Beiratssitzung in Essen

Landkarte der Forschung und Topografie der Praxis politischer Bildung nehmen weiter Form an
Am 3. Dezember 2018 haben Vertreter_innen aus Wissenschaft und Praxis politischer Bildung die weiterentwickelten Entwürfe einer „Landkarte der Forschung zur politischen Bildung“ und einer „Topografie der Praxis politischer Bildung“ diskutiert. Die Fachstelle politische Bildung hatte erneut zu einem Fachforum und einer anschließenden Beiratssitzung nach Essen eingeladen. Beide Vorhaben wurden bereits beim ersten Fachforum Mitte Oktober 2018 in Bremen als „mutig und dringend notwendig“ bezeichnet. Auch in Essen gab es viel positives Feedback, konstruktive Kritik und Rückenstärkung.

Für die Wissenschaft beteiligten sich: Prof. Helmut Bremer (Universität Duisburg-Essen), Prof.in Inken Heldt (Gesellschaft für Politikdidaktik und politische Jugend- und Erwachsenenbildung / GPJE), Prof. Andreas Klee (Universität Bremen), Prof. Bernd Overwien (Universität Kassel), Dr. Marc Partetzke (Universität Bremen) und Prof. Andreas Thimmel (TH Köln). Die Praxis wurde durch Helmut A. Bieber (Deutsche Vereinigung für Politische Bildung / DVPB), Ulrika Engler (Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung), Hanna Lorenzen (Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung), Sigrid Meinhold-Henschel (Bertelsmann Stiftung) und Barbara Menke (Bundesausschuss Politische Bildung e.V.) vertreten.

Orientierung schaffen – Wahrnehmung verbessern – Zusammenarbeit stärken

Dr.in Helle Becker, Geschäftsführerin von Transfer für Bildung e.V. und Leiterin der Fachstelle politische Bildung, eröffnete das Fachforum und erläuterte das Ziel beider Vorhaben. Sowohl mit der Landkarte der Forschung als auch mit der Topografie der Praxis politischer Bildung soll ein Überblick über die Vielfalt des Feldes geschaffen, die Zusammenarbeit gestärkt und die Wahrnehmung der Angebote politischer Bildung verbessert werden.

Landkarte der Forschung: Erster umfassender Überblick über Forscher_innen zu politischer Bildung
Julia Schreier, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Fachstelle politische Bildung, präsentierte die Landkarte der Forschung zu politischer Bildung. Sie wurde nach den Beratungen im Fachforum in Bremen (Oktober 2018) und der Beiratssitzung in Berlin (September 2018) optimiert. Die Landkarte wird erstmalig einen umfassenden Überblick über Akteur_innen geben, die zu politischer Bildung in Deutschland forschen. Nutzer_innen können mithilfe verschiedener Filteroptionen Wissenschaftler_innen und Forschungsstellen finden, die unter anderem mit ihren Forschungsschwerpunkten und disziplinären Verortungen präsentiert werden. Die Forschungslandkarte ist eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit der Fachstelle. Mithilfe der Übersicht sollen unter anderem ein interdisziplinärer Austausch und bereichsübergreifende Zusammenarbeit zwischen und innerhalb der Wissenschaftsdisziplinen gefördert werden. Darüber hinaus können Akteur_innen aus der Praxis und alle weiteren Interessierten zu verschiedenen Themen Expert_innen finden, mit ihnen in Kontakt treten und sich einen Überblick über die Forschungslandschaft politischer Bildung verschaffen.

In der anschließenden Diskussion wurde erörtert, welche weiteren Disziplinen oder Forschungsthemen, über die bisher berücksichtigten hinaus, noch in den Blick genommen werden sollten. Die Idee, einen dreiköpfigen Redaktionsbeirat aus wissenschaftlichen Mitgliedern des Beirats der Fachstelle zu bilden, wurde konkretisiert. Er soll die Fachstelle bei der Qualitätssicherung unterstützen.

 

Topografie der Praxis: Große Herausforderung und reizvolle Aufgabe

Helle Becker präsentierte den aktuellen Arbeitsstand der Topografie der Praxis politischer Bildung. Sie wurde mehrfach überarbeitet und weiterentwickelt: nach den Beratungen in der Beiratssitzung im September, dem Fachforum im Oktober und dem Expert_innen-Workshops „Boxenstopp – Desiderate und Perspektiven der politischen Bildungsarbeit“ der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, in dessen Rahmen die Topografie der Praxis diskutiert wurde. Mit der Topografie der Praxis soll eine systematische Übersicht über die differenzierten, vielfältigen Praxisbereiche (z.B. Schule, Kinder- und Jugendhilfe, Erwachsenenbildung) geschaffen werden, in denen politische Bildung mit unterschiedlichen Konzepten verortet ist, inklusive möglicher Schnittstellen.

Helle Becker wies darauf hin, dass die gegenwärtigen politischen Diskussionen und Forderungen um das Thema Demokratiebildung die Komplexität der Darstellung noch steigern. Das Vorhaben ist Herausforderung und reizvolle Aufgabe zugleich, sagte sie. Sie erläuterte, dass die Topografie der Praxis ein Deutungs- und Darstellungsversuch ist, auf dessen Grundlage ein besseres gegenseitiges Verständnis ermöglicht und weitere Diskussionen angeregt werden sollen. Sie sei schon insofern ein „Work in Progress“.

Interaktive Erweiterung der Topografie der Praxis

In der Darstellung werden den Praxisbereichen die jeweiligen Rechtsbereiche, Wissenschaftsbezüge, Politikbereiche u.a. ergänzend zugeordnet. Aus den bisherigen Beratungen wurde der Wunsch aufgenommen, die Topografie interaktiv auszubauen. Die einfache, eindimensionale Gestaltung kann somit Informationen und Verweisen angereichert werden, damit Interessierte mehr über einzelne Praxisbereiche oder Schnittstellen erfahren können. Julia Schreier präsentierte erste Vorschläge.
Die Teilnehmenden diskutierten den aktuellen Arbeitsstand, berieten über die Darstellung von Abgrenzungen und Schnittstellen sowie zur interaktiven Erweiterung. Trotz oder eben gerade wegen der Komplexität und Diversität des Feldes bestärkten sie die Fachstelle in dem Vorhaben einer systematischen Darstellung. Expert_innen und Beirät_innen machten deutlich, dass sie für ein besseres Verständnis der verschiedenen Bereiche sehr hilfreich ist und eine profunde Grundlage für weitere Diskussionen liefert.

 

Perspektiven für 2019

In der sich an das Fachforum anschließenden Beiratssitzung wurde die Diskussion weitergeführt und Perspektiven für 2019 erörtert. Für das nächste Jahr sind Fachforen zu verschiedenen Themen geplant. Auf Grundlage der Topografie der Praxis politischer Bildung soll mit Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis im Detail erörtert werden, was getan werden kann, um die gegenseitige Wahrnehmung der Praxisbereiche, d.h. die Kenntnis und das Verständnis untereinander, zu verbessern.

 

Weitere Informationen zur Fachstelle politische Bildung

 


Foto v.l.n.r.: Prof. Andreas Klee (Universität Bremen), Prof. Helmut Bremer (Universität Duisburg-Essen), Hanna Lorenzen (Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung), Prof. Andreas Thimmel (TH Köln), Sigrid Meinhold-Henschel (Bertelsmann Stiftung), Barbara Menke (Bundesausschuss Politische Bildung e.V.), Dr. Marc Partetzke (Universität Bremen), Prof. Bernd Overwien (Universität Kassel), Ulrika Engler (Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung), Prof.in Inken Heldt (Gesellschaft für Politikdidaktik und politische Jugend- und Erwachsenenbildung / GPJE), Helmut A. Bieber (Deutsche Vereinigung für Politische Bildung / DVPB), Dr.in Helle Becker (Fachstelle politische Bildung)





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