Evaluation und Policy Paper von „Generation Europe – The Academy“

Das Projekt „Generation Europe – The Academy“ (2021-2025) wurde vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk e.V. (IBB e.V.) entwickelt und umgesetzt. Das Projekt basiert auf einem vom IBB e.V. entwickelten und implementierten Netzwerk europäischer Träger der Jugendarbeit und Jugendorganisationen, dessen Ziel es ist, jungen Menschen Internationale Jugendarbeit zugänglich zu machen – unabhängig von Herkunft, ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen oder Bildungshintergrund. Im Zentrum stand die Förderung von Civic Education und Active Citizenship Education. 
 

Zentrale Ergebnisse der Evaluation

Dr.in Helle Becker untersuchte im Rahmen einer formativen Evaluation die Effizienz und Wirksamkeit des Projekts „Generation Europe – The Academy“. Im Evaluationszeitraum beteiligten sich 42 Partnerorganisationen aus 14 Ländern sowie fast 2.000 aktive junge Menschen und Fachkräfte. Es fanden mehr als 2.200 lokale Aktivitäten und 45 trilaterale europäische Jugendbegegnungen statt. Begleitend trafen sich die Beteiligten zu mehr als 30 internationalen Vernetzungstreffen und Fachkräfte-Fortbildungen sowie in zahlreichen Arbeits- und Kompetenzgruppen, die Materialien für die Internationale Jugendarbeit erarbeiteten.
Die Evaluation zeigt, dass viele Jugendliche teilnahmen, die sonst eher wenig erreicht werden. Eine zentrale Rolle spielten dabei jugendliche Peers. Die Untersuchung bestätigte außerdem die Erkenntnis der Zugangsstudie („Warum nicht? Studie zum Internationalen Jugendaustausch: Zugänge und Barrieren“), dass die reine Information nicht ausreicht, damit Jugendliche teilnehmen.

Becker macht im Evaluationsbericht deutlich, dass Internationale Jugendarbeit insbesondere dann erfolgreich ist, wenn sie partizipativ organisiert und in lokale Jugendaktivitäten eingebunden ist. Zwischen 71 und 94 Prozent der Teilnehmenden gaben an, sich auch künftig in der lokalen oder internationalen Jugendarbeit engagieren zu wollen. 

Das Projekt veranschaulichte deutlich, dass es trotz aller Unterschiede möglich ist, eine gemeinsame Idee von Civic Education und Active Citizenship Education in Europa zu entwickeln und umzusetzen. Hervorgehoben werden die Handreichungen, die im Rahmen des Projekts von jungen Menschen für junge Menschen sowie aus der Praxis für die Praxis erstellt worden sind. 

Die Evaluation unterstreicht darüber hinaus die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen: ausreichende Zeit, Flexibilität und finanzielle Ressourcen waren entscheidend für den Projekterfolg von „Generation Europe – The Academy“.

Eine Zusammenfassung der Evaluation finden Sie hier, den vollständigen Bericht hier.

 

Policy Paper

Im Januar 2026 wurde das im Rahmen von „Generation Europe – The Academy“ entstandene Policy Paper „Young Voices for Youth Work. A Youth Vision for a Sustainable, Well-Funded, and Inclusive Ecosystem of Empowerment on Local and European Level“ veröffentlicht. Das Dokument ist das Ergebnis eines kollaborativen Prozesses: Junge Menschen aus neun europäischen Ländern haben gemeinsam ihre Vision für eine nachhaltige, gut finanzierte und inklusive Jugendarbeit in Europa formuliert. Sie fordern systemische Veränderungen in der europäischen Jugendpolitik. Es richtet sich an Entscheidungsträger*innen, Organisationen und Fachpersonen der Internationalen Jugendarbeit.

Die zentrale Botschaft lautet: Die Zukunft der Jugendarbeit ist untrennbar mit der Zukunft unserer Demokratien verbunden. In Zeiten multipler Krisen und einer zunehmenden Bedrohung demokratischer Werte sind die Räume, in denen junge Menschen zu aktiven Bürger*innen heranwachsen, wichtiger denn je. Jugendarbeit bietet hierfür einen entscheidenden Rahmen, um Debatten zu führen, kollektiv zu handeln und sinnvoll teilzuhaben. Doch diese Räume sind durch systemische Probleme gefährdet.

Die Autor*innen formulieren 28 konkrete Handlungsempfehlungen, um die Jugendarbeit als Säule demokratischer Gesellschaften zu sichern. Ihre Politikempfehlungen beziehen sich auf die Handlungsfelder „Zugang, Inklusion & Partizipation“, „Rechtliche Rahmenbedingungen & Anerkennung“, „Professionalisierung“ und „Nachhaltige Finanzierung“.

Das Policy Paper steht hier zum Download bereit. 

Eine Verstetigung von „Generation Europe“ wird angestrebt. Weitere Informationen finden Sie auf der Projektwebseite.

 

Veröffentlicht am 09.03.2026

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