Am 4. Dezember 2025 kamen in der zweiten Beiratssitzung des Projekts Fachstelle politische Bildung - Wissens-Hub Vertreter*innen aus Wissenschaft und Praxis politischer Bildung zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und die kommenden Schwerpunkte der Fachstelle zu beraten.
Aktuelle Entwicklungen und Veröffentlichungen
TfB-Geschäftsführerin Dr.in Helle Becker berichtete über die Aktivitäten seit der ersten Beiratssitzung. Die drei Monitore zu den Schwerpunktthemen Grundlagenforschung, Wirkungsforschung und Evaluation wurden veröffentlicht und stehen auf der Webseite zur Verfügung.
Die Nachfrage nach Beratungsleistungen aus den Bereichen Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Weiterbildung bleibt hoch.
Hingewiesen wurde auch auf Beiträge zum Themenfeld politische Bildung in Kooperation mit Unternehmen. Hierzu hat die Fachstelle Expertisen und Praxisbeispiele dokumentiert und für die weitere Diskussion aufbereitet.
Förderung von Forschung und Nachwuchs
Ein zentrales Thema der Sitzung war die Einrichtung einer „Arbeitsgruppe Forschungsförderung“. Die Fachstelle politische Bildung arbeitet seit Jahren daran, strukturelle Defizite zu verringern: Es fehlt an empirischer Forschung zu nonformaler politischer Bildung, an entsprechenden Hochschulausbildungen sowie an Profilierungs- und Vernetzungsmöglichkeiten für Nachwuchswissenschaftler*innen.
Als weitere Initiative hat die Fachstelle politische Bildung ein Unterstützungspaket für empirische Abschlussarbeiten zur nonformalen politischen Bildung entwickelt, das Gutachter*innentätigkeiten honoriert, hochwertige Arbeiten veröffentlicht und Veranstaltungen zum gemeinsamen Austausch organisiert. Der Aufruf zur Einreichung von Abschlussarbeiten stieß auf große Resonanz. Das erste Kolloquium wird am 17. Dezember 2025 stattfinden (Anmeldungen sind bis kurz vor Veranstaltungsbeginn möglich).
Eine Arbeitsgruppe Forschungsförderung soll darüber hinaus als offenes Netzwerk Expert*innen aus verschiedenen Bereichen zusammenbringen und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit nonformaler politischer Bildung stärken.
Ausblick auf kommende Schwerpunkte
Im kommenden Jahr widmet sich die Fachstelle politische Bildung schwerpunktmäßig dem Thema Wirkungsforschung zur nonformalen politischen Bildung. Diese Schwerpunktsetzung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Anforderungen an Träger, Wirkungen nachzuweisen und sich evaluieren zu lassen.
Geplant ist zudem eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Forschungsnetzwerk Kulturelle Bildung, da beide Felder vor vergleichbaren methodischen und konzeptionellen Herausforderungen stehen.
Konstruktiver Austausch
In der anschließenden Diskussion brachten die Beiratsmitglieder wichtige Impulse und kritische Perspektiven ein. Die Gespräche kreisten vor allem um die Notwendigkeit einer fundierten fachlichen Positionierung zu Wirkungsforschung und Evaluation. Betont wurde der zunehmende politische Druck auf Träger sowie die Gefahr technokratischer Evaluationsansätze, die der Komplexität politischer Bildungsprozesse nicht gerecht werden.
Diskutiert wurden zudem Fragen der Qualifizierung politischer Bildner*innen und die Bedeutung verschiedener Ausbildungswege jenseits der Hochschulen. Die Beiratsmitglieder bekräftigten die Bereitschaft, an der Entwicklung einer gemeinsamen Positionierung des Feldes mitzuwirken.
Im Anschluss an die Beiratssitzung fand ein Fachforum zu quantitativen Daten zur Praxis nonformaler politischer Bildung statt. Einen Bericht dazu finden Sie in Kürze hier [LINK].
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie in diesem Factsheet und regelmäßig in unserem Newsletter.
Veröffentlicht am 16.12.2025