Erfolgreiche Schulkooperation. Eine doppelperspektivische Studie zur Zusammenarbeit von Schule und Jugendarbeit

Bibliografische Angaben

Münderlein, Regina (2014): Erfolgreiche Schulkooperation. Eine doppelperspektivische Studie zur Zusammenarbeit von Schule und Jugendarbeit. Wiesbaden (262 Seiten)

Die Studie von Regina Münderlein untersucht die Interessenslagen von Vertreter_innen der Institutionen, die in Kooperationen von Schule und Jugendhilfe agieren. Durch eine qualitative Fallstudie wurde dieses komplexe Handlungsfeld untersucht. Ziel der Studie war es, alltagstheoretische Perspektiven darzustellen und zu theoretisieren.

Mithilfe qualitativer Expert_inneninterviews wurden drei Kooperationstandems untersucht. Unter anderem stellt sich die Autorin folgende Frage: „Welche Subjektiven Theorien haben praxiserfahrene pädagogische Akteure von (Ganztags-)Schulkooperationen zwischen Hauptschulen und Jugendeinrichtungen entwickelt? […] Lassen sich dabei Kooperationsstrategien, -strukturen und -stile erkennen?“ (Münderlein 2014, S. 62).

Münderlein führt detailliert aus, dass Schule und Jugendhilfe unterschiedliche Selbstverständnisse in Bezug auf Kooperationen haben. Ein Ergebnis der Studie ist, dass „das Bildungsverständnis in der Schulkooperation vorwiegend innerhalb institutioneller Grenzen, d. h. entlang der professionstypischen Zuschreibungen verläuft“ (a.a.O., S. 130). Akteur_innen der Jugendhilfe und der Schule bleiben somit in ihren jeweils eigenen Logiken.

Zudem ist eine große Diskrepanz der Akteur_innen in Bezug auf das Raumverständnis festzustellen. Die (symbolische, pädagogische, materielle, performative) Aufladung von „Raum“ kann elementare pädagogische Prozesse herbeiführen. Münderlein spricht dem Raum eine eigene Dimension zu, wenn es um (gelungene) Kooperationen geht. Es zeichnet sich somit ab, dass in dem Bereich der Schulkooperationen eine überinstitutionelle Verständigung über den „pädagogischen Raum“ von Nöten ist (a.a.O., S. 138). Es zeigt sich außerdem, dass Schulkooperationen aus Sicht aller untersuchten Schulen einen institutionellen Gewinn darstellen (a.a.O., S. 156). Für die Praxis formuliert Münderlein eine „Checkliste“ für Schulkooperationen. Sie empfiehlt nur dann eine Schulkooperation aufzubauen, wenn alle Gelingensbedingungen von den Akteur_innen angenommen werden können. Eine Frage der Checkliste ist beispielsweise: „Haben wir das Nutzen- und Erfolgserleben aller Kooperationsbeteiligten (meinen eigenen, denjenigen der ausführenden Ganztagsakteure, der Schule/Jugendeinrichtung als Institution, der Partnerinstitution, der Kinder, der Eltern) anvisiert und überprüft?“ (a.a.O. S. 241). Die Studie endet mit der pragmatischen Forderung: „Durch Erfolg zur Kooperation“, statt „Durch Kooperation zum Erfolg“ (a.a.O., S. 145).  Münderlein sieht damit immer den in Aussicht gestellten Erfolg für alle Beteiligten als wichtigsten Bedingungsfaktor für gelungene Kooperationen. 

Bezugsquelle: Springer Verlag
 

Zum Weiterlesen

  • Sie finden Regina Münderlein in der Landkarte der Forschung zur politischen Bildung.
  • „Meine Studie zu Kooperation von Schule und Jugendarbeit liefert auch Erkenntnisse zu Rahmenbedingungen politischer Jugendbildung“ Fünf Fragen an Regina Münderlein mehr lesen
  • „Kooperationen können offensichtlich nicht von Beginn an den Mehrwert liefern, den man ihnen unterstellt.“ Interview mit Regina Münderlein mehr lesen
  • Münderlein, Regina (2017): Der Raum – ein wichtiger Partner der politischen Bildung in Schulkooperationen. In: Transfer für Bildung e.V. (Hrsg.): Gemeinsam stärker!? Kooperationen zwischen außerschulischer politischer Bildung und Schule. S. 56-59 (vollständiger Beitrag abrufbar) mehr lesen
  • Jahresthema 2017 „Gemeinsam stärker!? Kooperationen zwischen außerschulischer politischer Bildung und Schule“ mehr lesen