Transferstelle politische Bildung

„Transferdialog Emotionen und Neue Medien“: Forschung und Praxis im Austausch

Am 19. Oktober 2017 hatten wir gemeinsam mit der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis nach Hannover eingeladen, um in einem Transferdialog die Rolle der Emotionen für die politische Bildung mit einem besonderen Fokus auf digitale Formate zu diskutieren und Schlussfolgerungen für die Praxis zu ziehen.


Foto: Daniela Lips/Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung

Am 19. Oktober 2017 hatten wir gemeinsam mit der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis nach Hannover eingeladen, um in einem Transferdialog die Rolle der Emotionen für die politische Bildung mit einem besonderen Fokus auf digitale Formate zu diskutieren und Schlussfolgerungen für die Praxis zu ziehen.

Als Vertreter_innen der Wissenschaft waren Prof. Dr. Marianne Kneuer (Stiftung Universität Hildesheim), Prof. Dr. Sabine Manzel (Universität Duisburg-Essen), Dr. Josephine Schmitt (Universität zu Köln) und Hendrik Schröder (Universität Bremen) eingeladen. Die Praxis wurde durch Dana Meyer (basa e.V.), Mirjam Gläser (ufuq.de), Dr. Annette Rehfeld-Staudt (Sächsische Landeszentrale für politische Bildung) und Henning Wötzel-Herber (ABC Bildungs- & Tagungszentrum e.V.) vertreten.

Im Fokus des Transferdialogs standen die Fragen, welche Rolle Emotionen in der Forschung und Praxis politischer Bildung spielen und wie Emotionen in der politischen Bildungspraxis reflektiert werden. Auch Chancen und Risiken durch die Medien waren Themen der Diskussion. Die Expert_innen identifizierten dabei unterschiedliche Ebenen der Diskussion um Emotionen, z.B. „Emotionen“ als Thema politischer Bildung sowie ein „emotionalisierter“ Umgang mit den Themen in der politischen Bildung. Auch die Rolle von Emotionen im Bildungsprozess und für das politische Engagement wurden diskutiert.

Großen Raum nahm das Nachdenken über die Rolle von Emotionen im Zusammenhang mit den Themen Rechtpopulismus und Demokratie- und Wertebildung ein. Insbesondere wurden die Themen Hate Speech und Pegidaanhänger_innen, bzw. Wutbürger_innen als Beispiele emotional aufgeladenen politischen Handelns erörtert. Die Rolle der (digitalen) Medien wurde in diesem Zusammenhang kritisch betrachtet. Es wurde unter anderem festgehalten, dass ein verantwortungsvoller Umgang sowie technisches Verständnis der Funktionsweise des jeweiligen Mediums, insbesondere des Internets, unerlässlich sind für einen konstruktiven Umgang mit Emotionen und daher Teil politischer Bildung sein sollten.

Die Expert_innen waren sich darüber einig, dass an positive Emotionen angeknüpft und die (digitalen) Medien genutzt werden sollten, um Zugang zu politischer Bildung zu schaffen. Die Möglichkeiten digitaler Medien in der politischen Bildungsarbeit seien als Potenzial zu verstehen. Abschließend wurden ein breiterer Austausch zu einem wichtigen, aber als vernachlässigt angesehenen Thema, mehr Forschung sowie der Ausbau von Kooperationen rund um das Thema „Emotionen und politische Bildung“, gefordert.