Bundesausschuss politische Bildung (bap) e.V.: Zwischen Zoom-Fatigue und zukunftsgerechter Transformation. Standortbestimmung Politischer Bildung im digitalen Raum (24.02.2021)

Auf positive Entwicklungen und Fortschritte, aber auch auf Gefahren wie Ausgrenzungsmechanismen und Gegenöffentlichkeiten, schauen: Der bap lud politische Bildner_innen und alle Engagierten im Feld der politischen Bildung nach einem Jahr Turbo-Digitalisierung zu Fachinputs und kollegialem Austausch ein – zeitgemäß online.


Foto: ©Christoph Honig

Ziel der digitalen Veranstaltung war eine kritische Auseinandersetzung mit der Verlagerung der Angebote der politischen Bildung in den digitalen Raum.

Im Gespräch Vom Zustand der digitalen Politischen Bildung und ihren Zukunftsperspektiven konstatierte Nele Hirsch (eBildungslabor), dass durch digitale Angebote Zugänge erleichtert werden können und so auch Teilnehmende erreicht werden, denen eine Präsenzteilnahme nicht ohne Weiteres möglich wäre. Ergänzend stellte sie die Frage, wie vor allem junge Menschen noch besser erreicht werden können.

Für letzteren Aspekt war der Beitrag von Dr.in Daniela Kallinich (Niedersächsische Landeszentrale für Politische Bildung) erhellend. Für den Input War das jetzt Best-Practice...?! Eine kritische Betrachtung digitaler Formate betrachtete sie die Lerneffekte von digitalen und hybriden Angeboten. Die Niedersächsische Landeszentrale hatte im Oktober 2020 eine zweitägige Tagung zum Thema „Politische Bildung liebt
digitale Bildung“ hybrid organisiert, an der auch die Fachstelle politische Bildung teilgenommen hat.


Für eine hybride Veranstaltung müssen beide „Welten“ parallel gedacht und neben Fragen der Technik vor allem lokale Gegebenheiten beachtet werden. So brauchen die Teilnehmenden auch digitale „Räume“, in denen sie sich austauschen, sich sicher fühlen und vor allem ausprobieren können. Beim Einsatz von Tools wie Padlets, die auch die Fachstelle genutzt hat, um ihre digitale Fachtagung zu „Forschungs- und Praxisfeldern politischer Bildung“ im November 2020 vorzubereiten und zu dokumentieren, ist es wichtig, diese als ergiebige, zielführende Methoden zu verstehen, anstatt sie als bloße (technische) Begleiterscheinung abzutun.

Vielfach diskutiert wurde auch, dass digitale Angebote nicht nur kostenfrei angeboten werden können, wenn Träger und Akteur_innen der politischen Bildung ihre Arbeit langfristig sichern sollen. Zu bedenken ist zudem, dass digitale Angebote nicht weniger Vorbereitung als analoge benötigen. Sie sind im Gegenteil meist mit einem vermehrtem Ressourcenaufwand verbunden.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des bap-Projekts „Update! Professionalisierung der politischen Bildung in der Einwanderungsgesellschaft“ statt. Zum Projekt gehört auch das Portal „Profession politische Bildung – Das Webportal für Demokratie“, das Relevantes zum Professionsverständnis der politischen Erwachsenenbildung sammelt.

Digitalisierung ist auch für die Fachstelle politische Bildung ein wichtiges Thema. So finden Sie auf unserer Website die Corona-Sammlung mit Denk- und Diskussionsanstößen sowie praktischen Hinweisen in Pandemiezeiten. Unter „Transfermaterial“ finden Sie außerdem die Forschungslandkarte, die Datenbank, die interaktive Topografie der Praxis politischer Bildung und das Matching-Portal.

 



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