Transferstelle politische Bildung

Wie kann Praxisforschung in der politischen Bildung gestaltet werden?

Am 29. September 2017 diskutierten Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis in einem „Transferdialog Forschungsdesign“, wie Praxisforschung in der politischen Bildung gestaltet werden kann, damit die Ergebnisse für die Wissenschaft interessant und für die Praxis relevant sind. Als Ergebnis wird es ein Papier geben, das weitere Diskussionen anregen soll.


Empirische Forschung zur politischen Bildungspraxis ist rar. Oft sind die wenigen Forschungsprojekte auch noch sehr speziell angelegt, sie betreffen z.B. die Evaluation von Programmen oder sehr eingeschränkte Forschungsfragen. Die Praxis hat einen großen Bedarf an empirischer Forschung, der Wissenschaft wiederum wird häufig unterstellt, dass sie diesen Bedarf nicht kennt oder ignoriert.

Um darüber nachzudenken, wie die Interessen von empirischer Forschung und Praxis zusammenkommen können, trafen sich am 29. September 2017 Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis in einem „Transferdialog Forschungsdesign“. Die Transferstelle politische Bildung hatte hierfür, in Kooperation mit Prof. Dr. Andreas Klee, Direktor des Zentrums für die Didaktiken der Sozialwissenschaften, an die Universität Bremen eingeladen.

Die Wissenschaft wurde vertreten durch Stefan Schäfer (TH Köln), Prof. Dr. Anja Besand (TU Dresden), Tina Hölzel (TU Dresden, Leiterin des Zentrums für inklusive politische Bildung), Prof. Dr. Helmut Bremer (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Andreas Klee und Hendrik Schröder (Universität Bremen). Für die Praxis politischer Bildung waren Frank Wittemeier (Landesarbeitsgemeinschaft für eine andere Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen e.V.), Ulrika Engler (Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung), Georg Pirker (Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V.) und Claudia Sanner (Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V.) dabei. Alle Beteiligten hatten Erfahrungen in der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis.

Diese boten die Grundlage, um zu diskutieren, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Forschungsvorhaben sowohl wissenschaftlichen Anforderungen also auch den Bedarfen der Praxis gerecht werden können. Die Gruppe erörterte, welche Forschungsdesigns sich bewährt haben und welche Schritte unternommen werden können, um Praxis und Forschung in einen steten Dialog über Forschungsfragen zu bringen. In diesem Zusammenhang wurde die Arbeit der Transferstelle politische Bildung positiv hervorgehoben und es wurden Ideen gesammelt, wie diese künftige Aktivitäten unterstützen könnte. Kritisch wurden die Bedingungen für die Forschung reflektiert. So sah man zwar Konfliktpunkte zwischen Praxis und Forschung, aber auch zwischen diesen und den Erwartungen von Geldgebern. Diese unterstützen häufiger Forschungsvorhaben mit einer engführenden Ergebnisorientierung in „legitimatorischer Absicht“. Gefordert wurden dagegen mehr Möglichkeiten, in offenen Forschungsprozessen Praxisfragen aufzunehmen und auch eine Qualifizierung der Praxis anzustreben.

Derzeit wird ein Diskussionspapier erarbeitet, das gemeinsame Ziele, Klärungs- und Diskussionsbedarfe sowie Forderungen an eine bedarfsgerechte Forschung für Forschung, Praxis und Geldgeber abbildet. Es soll eine offene Vorlage und Einladung für die weitere Auseinandersetzung darstellen.

 

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Foto v.l.n.r.: Georg Pirker (Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten), Frank Wittemeier (Landesarbeitsgemeinschaft für eine andere Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen), Peter Zorn (Bundeszentrale für politische Bildung/bpb), Claudia Sanner (Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen), Dr. Helle Becker (Transferstelle politische Bildung), Hendrik Schröder (Universität Bremen) , Stefan Schäfer (TH Köln), Prof. Dr. Helmut Bremer (Universität Duisburg-Essen). Via Skype zugeschaltet (Laptop) v.l.n.r.: Tina Hölzl, Prof. Dr. Anja Besand (beide TU Dresden).