Politische Bildung und Demokratiebildung – zwei Seiten einer Medaille?

Die außerschulische politische Jugendbildung ist rechtlich ein nonformales Lern- und Bildungsfeld der Jugendarbeit, hat sich seit den 1950er-Jahren jedoch als eigenständiges Arbeitsfeld mit einem eigenen Fachdiskurs und eigenen Fachkonzepten ausdifferenziert und professionalisiert (vgl. Hafeneger 2014, S. 222-223; 226)*. So gibt es ausgewiesene Träger der politischen Jugendbildung (beispielsweise Jugendbildungsstätten), die in der Regel auch Träger der (freien) Kinder- und Jugendhilfe sind. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass politische Jugendbildung zwar Teil der allgemeinen Jugendarbeit ist, allgemeine Jugendarbeit jedoch nicht zwangsläufig politische Jugendbildung bietet. Aufgrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und einer zunehmenden Politisierung der Gesellschaft wird auch innerhalb der Jugendarbeit eine Stärkung politischer Bildungsmöglichkeiten gefordert. Unter anderem befasst sich der 16. Kinder und Jugendbericht mit demokratischer Bildung/Demokratiebildung/politischer Bildung als Querschnittsfrage. Dennoch ist eine deutliche Dichotomie erkennbar, u.a. am Begriffsgebrauch und dahinterstehenden Narrativen von „seminaristischer“ politischer Bildung auf der einen und „partizipativer“ Demokratiebildung auf der anderen Seite oder strukturell angelegter Angebots- und Gelegenheits- oder Komm- und Gehstrukturen.

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