Beirat diskutiert ausgewählte Schnittstellen von Forschungs- und Praxisfeldern politischer Bildung

Am 4. April 2019 tagte der Beirat der Fachstelle politische Bildung in Essen. Neben der Präsentation der „Landkarte der Forschung zur politischen Bildung“ und der Diskussion der weiterentwickelten „Topografie der Praxis politischer Bildung“ stand die Beratung im Mittelpunkt, zu welchen Schnittstellen von Forschungs- und Praxisfeldern die Fachstelle einen Austausch organisieren wird.


Foto Beiratssitzung am 4. April 2019

Beiratssitzung am 4. April 2019

Am 4. April 2019 tagte der Beirat der Fachstelle politische Bildung in Essen. Neben der Präsentation der „Landkarte der Forschung zur politischen Bildung“ und der Diskussion der weiterentwickelten „Topografie der Praxis politischer Bildung“ stand die Beratung im Mittelpunkt, zu welchen Schnittstellen von Forschungs- und Praxisfeldern die Fachstelle einen Austausch organisieren wird.

Nach der Begrüßung berichtete Dr.in Helle Becker, Geschäftsführerin von Transfer für Bildung e.V., von der bisherigen Arbeit der Fachstelle politische Bildung. Die Fachstelle möchte einen Überblick über wissenschaftliche Stellen und Praxisfelder geben, die sich mit politischer Bildung beschäftigen, sie identifiziert „Schnittstellen“ und bringt die verschiedenen Akteure in einen Austausch. Helle Becker betonte, dass die wegweisende Haltung dabei ist, die Differenziertheit und Vielfalt der „Landschaft“ als Gewinn zu verstehen und die politische Bildung als vielfältiges, auch unübersichtliches, aber starkes Feld, sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis, wahrnehmbar zu machen. Dadurch sollen ein intensiver fachlicher Austausch, eine engere Zusammenarbeit, mehr Synergien und schließlich die Weiterentwicklung und Qualifizierung des Feldes befördert werden.

Landkarte gibt erstmalig einen Überblick über Forscher_innen der politischen Bildung

Julia Schreier, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Fachstelle, präsentierte die „Landkarte der Forschung zur politischen Bildung“, die inzwischen in die Webseite der Fachstelle eingebunden ist. In der digitalen, geografischen Landkarte sind bereits über 50 Wissenschaftler_innen zu finden, die politische Bildung zum Forschungsgegenstand haben. Die Landkarte wird stetig erweitert und regelmäßig aktualisiert.

Im Anschluss stellte Annabell Brosi, wissenschaftliche Referentin der Fachstelle, die Auswahlkriterien für die Aufnahme in die Landkarte vor. Sie erläuterte außerdem das gemeinsam mit dem Beirat entwickelte Verfahren für einen aus Mitgliedern des Beirats gebildeten Redaktionsbeirats, der auf Grundlage einer Geschäftsordnung in Zweifelsfällen über eine Aufnahme in die Landkarte entscheidet.

Interaktive Erweiterung der Topografie der Praxis politischer Bildung

Helle Becker präsentierte im Anschluss den aktuellen Arbeitsstand der „Topografie der Praxis politischer Bildung“, die seit 2018 nach Beratungen in zahlreichen Veranstaltungen und mit unterschiedlichen Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis mehrfach überarbeitet und weiterentwickelt wurde. Mit diesem Überblick über die Praxisfelder, in denen politische Bildung mit unterschiedlichen Konzepten verortet ist, soll der Fachöffentlichkeit eine Orientierung geboten werden, um die unterschiedlichen Regeln/„Rationalitäten“, fachlichen Konzepte und Bedingungen sowie gemeinsame Themen und Zielgruppen in ihrer Differenziertheit und Vielfalt zu identifizieren und für mögliche Kooperationen nutzbar zu machen. Die Mitglieder des Beirats diskutierten anschließend noch offene Fragen zur Topografie.

Auf Wunsch des Beirats und vieler Expert_innen, die an der Entwicklung der Topografie beteiligt waren, wurde die grafische Darstellung um eine interaktive „Unterfütterung“ ergänzt. Julia Schreier präsentierte die technische Umsetzung der Unterfütterung mit der Präsentationssoftware Prezi. Durch Hereinzoomen in die einzelnen Praxisfelder können Nutzer_innen vielfältige weiterführende Informationen erhalten.

Die Beiratsmitglieder waren sich einig, dass die Topografie in unterschiedlichen Zusammenhängen, unter anderem auch in der universitären Lehre, gut als Tool zur Strukturierung einzelner Arbeitsbereiche sowie zum Erkennen von Schnittmengen eingesetzt werden kann.

Gemeinsam stärker! – Beratung zu ausgewählten Schnittstellen von Forschungs- und Praxisfeldern

Die Fachstelle politische Bildung möchte 2019 und 2020 verschiedene Fachforen durchführen, um zu beraten und auszuloten, wie Akteur_innen verschiedener Praxisfelder, in denen politische Bildung eine Rolle spielt, dabei unterstützt werden können, in einen Austausch – und perspektivisch in eine fruchtbare Zusammenarbeit – zu kommen. Die Fachstelle bringt dazu Expert_innen ausgewählter Schnittstellen zusammen, erstellt vorbereitend Praxisbeschreibungen und recherchiert die vorliegenden theoretischen Konzepte und wissenschaftlichen Untersuchungen. Die Ergebnisse und Anregungen aus den Fachforen werden dokumentiert und zur Diskussion gestellt, etwa in Expertisen, bei Vorträgen, Veranstaltungen und in weiteren Gesprächsrunden. Sie gehen in die Vorbereitung nachfolgender Fachforen ein oder in weitere Formate wie die Dossiers auf der Webseite der Fachstelle.

Annabell Brosi präsentierte eine Liste von Praxisfeldern mit möglichen gemeinsamen Schnittstellen, die unter anderem auf Grundlage der Diskussionen der Topografie der Praxis aktuell und relevant erscheinen, und erläuterte die jeweiligen Möglichkeiten und Anknüpfungspunkte. Die Mitglieder des Beirats diskutierten diese Schnittstellen und brachten weitere Themen ein. Im Fokus der Diskussion standen neben der Relevanz und Aktualität auch Überlegungen, inwiefern an schon vorliegende Erfahrungen und Zusammenarbeit angeknüpft werden kann oder wo es Möglichkeiten der Kooperationen mit Vorhaben der Beiratsmitglieder bzw. ihrer Organisationen gibt.

Im Anschluss an die Beiratssitzung wird mit weiteren Beiratsmitgliedern zu diesen Themen beraten, um eine Auswahl für die weitere Arbeit festzulegen.



Foto v.l.n.r.: Chantal Filipiak, Marita Klink (beide Fachstelle politische Bildung), Prof. Dr. Bernd Overwien (Universität Kassel), Dr.in Helle Becker (Fachstelle politische Bildung), Friedhelm Jostmeier (Landesarbeitsgemeinschaft für eine andere Weiterbildung, LAAW, NRW), Helmut A. Bieber (Deutsche Vereinigung für Politische Bildung / DVPB), Dr.in Asiye Öztürk, (Bundeszentrale für politische Bildung/bpb), Annabell Brosi (Fachstelle politische Bildung).



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