Viel Raum für Austausch. Bericht der Transferdialoge #jtpb17

Die Transferdialoge der Jahrestagung der Transferstelle politische Bildung 2017„Gemeinsam stärker!? Kooperationen zwischen außerschulischer politischer Bildung und Schule“ boten den Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis, Schule und außerschulischer politischer Bildung viel Raum, um sich zunächst in zwei Runden untereinander auszutauschen, Forschungsergebnisse und Bildungspraxis in ein Verhältnis zu bringen und ganz neue Fragen zu entwickeln.


Fotos: Fotostudio Heupel

Fotos: Fotostudio Heupel

Die Transferdialoge der Jahrestagung der Transferstelle politische Bildung 2017„Gemeinsam stärker!? Kooperationen zwischen außerschulischer politischer Bildung und Schule“ boten den Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis, Schule und außerschulischer politischer Bildung viel Raum, um sich zunächst in zwei Runden untereinander auszutauschen, Forschungsergebnisse und Bildungspraxis in ein Verhältnis zu bringen und ganz neue Fragen zu entwickeln. Die Themenvielfalt der Transferdialoge reichte von Schulentwicklung und Möglichkeiten des Ganztags über Kooperation mit dem Fachunterricht, die Rolle von außerschulischen Lernorten in Kooperationen und Kooperationslandschaften bis hin zu grundsätzlichen fachlichen und konzeptionellen Fragen. Dr. Helle Becker hatte eingangs darauf hingewiesen, dass es sich um „eine Labortagung und keine Ergebnistagung“ handele. Und so gab es in einer dritten Runde der Transferdialoge die Möglichkeit, die Themen auf eine nächste Zukunftsstufe zu heben und eine Vision für 2030 zu entwickeln.

 

Forderung nach einer Demokratisierung von Schule

Einen breiten Konsens fand die Aussage, dass Schule einen massiven Wandel erlebt. Durch schulreformerische Entwicklungen sind viele Lehrer_innen stark belastet. Für beide Partnerseiten ist es aufgrund fehlender finanzieller und personeller Ressourcen schwierig, nachhaltige außerschulische Kooperationen zu etablieren. Die zentrale Forderung an die Schule hieß „Demokratisierung “. Es wurde eine erfreulich große Nachfrage nach Partizipation an Schulen und nach Schüler_innenbeteiligung an demokratischen Entscheidungs- und Organisationsprozessen festgestellt. Außerschulische Partner politischer Bildung könnten als Expert_innen demokratischer politischer Partizipation diese Entwicklungen in den Schulen unterstützen. Dafür müsste die außerschulische Bildung stärker sichtbar und einschätzbar sein und dadurch eine Vertrauensbasis für Kooperationen geschaffen werden. Lehrer_innen sollten sich zu „kritischen Zeitgeistern“ entwickeln, die den Mut haben, gemeinsam mit den Partnern alternative Bildungskonzepte umzusetzen und auch politische Aktivitäten zuzulassen.

 

Teilnehmende wünschen sich mehr Mut, aufeinander zuzugehen

Die Vertreter_innen der außerschulischen Bildung konnten sich mit ihrem zentralen Problem, der mangelnden Kommunikation in Planungen und Absprachen von gemeinsamen Bildungsprojekten mit der Schule, Gehör verschaffen. Es kristallisierte sich heraus, dass sowohl Lehrer_innen für außerschulische Bildungseinrichtungen sensibilisiert werden müssen, als auch umgekehrt eine größere Vertrauensbasis der Schule gegenüber den außerschulischen Trägern notwendig ist. Insgesamt wünschte man sich mehr Mut für kooperatives Arbeiten. Um bessere und nachhaltige Kooperationsstrukturen zu schaffen, wurde gefordert, gesetzlich, institutionell und strukturell den Weg zu ebnen. Aber auch der Wunsch gemeinsam stärker zu wirken wurde laut, z. B. im Sinne eines direkten Anschlusses von Projekten der außerschulischen Bildung an Lehrinhalte in der Schule.
Die Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis, Schule und außerschulischer Bildung waren sich generell einig, dass mehr Kooperationen gebraucht werden und dafür die Vereinbarkeit von Schule und außerschulischen Bildungsprojekten verbessert werden muss. Ebenso zentral ist die Bereitstellung finanzieller, personeller und zeitlicher Ressourcen. Auch Forderungen nach Unterstützungsstrukturen wie Koordinierungsstellen, Dialogplattformen, gemeinsamen Fortbildungen und Materialien wurden am Ende der Tra nsferdialoge genannt.

 

Forderung nach Ressourcen, einer Koordinationsstelle und mehr Partizipation

Primär wurden in den Transferdialogen zunächst die Probleme identifiziert und Lösungsansätze in der Politik gesucht. In zweiter Linie spezifizierten die Expert_innen mögliche Verbesserungsstrategien der Akteure. In der dritten Runde der Transferdialoge fanden die Forscher_innen, Lehrer_innen und Praktiker_innen Raum, konkrete Ideen zu entwickeln wie z. B. eine bessere Vernetzung der außerschulischen Bildungsträger und eine Demokratisierung der Schule. „Kritik am System“ wurde häufig geübt in den Runden, jedoch gestalteten sich die Lösungsvorschläge nicht sehr einfach. Schließlich fand sich Konsens in der Forderung nach mehr Ressourcen und Koordinationsmaßnahmen an der Schnittstelle zwischen Schule und außerschulischen Trägern. Darüber hinaus wurde gefordert, die gesetzlichen und strukturellen Vorgaben anzupassen.

Tagungsdokumentation

 

Ausführlichere Berichte zu den Transferdialogen folgen.

 

 



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