Transferstelle politische Bildung

„Politische Erwachsenenbildung erfüllt Merkmale einer klassischen Profession bestenfalls in Ansätzen.“ Interview mit Falk Scheidig

Dr. Falk Scheidig ist Leiter der Lehrentwicklung an der Pädagogischen Hochschule FHNW. Wir haben mit ihm über seine Dissertation gesprochen, in der er untersucht, welche Relevanz die Lehrenden in der politischen Erwachsenenbildung wissenschaftlichem Wissen beimessen. Im Interview betont er die Vorteile der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis politischer Erwachsenenbildung, kritisiert eine mangelnde Professionalität und fordert Beschäftigungsverhältnisse, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglichen.


Dr. Falk Scheidig (Foto: privat)

Dr. Falk Scheidig (Foto: privat)

Dr. Falk Scheidig ist Leiter der Lehrentwicklung an der Pädagogischen Hochschule FHNW. Wir haben mit ihm über seine Dissertation gesprochen, in der er untersucht, welche Relevanz die Lehrenden in der politischen Erwachsenenbildung wissenschaftlichem Wissen beimessen. Im Interview betont er die Vorteile der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis politischer Erwachsenenbildung, kritisiert eine mangelnde Professionalität und fordert Beschäftigungsverhältnisse, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglichen.

 

Transferstelle politische Bildung: Herr Scheidig, Sie haben in Ihrer Dissertation die wissenschaftliche Fundierung der Lehrtätigkeit von politischen Erwachsenenbildner_innen untersucht. Was war Anlass Ihrer Untersuchung?

Falk Scheidig: In den letzten Jahren wurde verstärkt die Professionalität in der Erwachsenenbildung, auch im Feld der politischen Erwachsenenbildung, diskutiert. In Deutschland geht man davon aus, dass der Anspruch der Professionalisierung mit einer Programmatik der Verwissenschaftlichung dieses Berufsfeldes verbunden wird. Für die politische Erwachsenenbildung liegen bezüglich der Entwicklung, des Stands und der Perspektiven von Professionalisierung und Professionalität allerdings kaum wissenschaftliche Erkenntnisse vor. Umso mehr überrascht, dass seit mehr als zwei Jahrzehnten das Theorie-Praxis-Verhältnis politischer Erwachsenenbildung sowohl von den Praktiker_innen als auch von Seiten der Wissenschaft eine starke Problematisierung erfährt und als gestört oder als nicht vorhanden kritisiert wird. Genau da setzt meine Forschungsarbeit an. Sie konzentriert sich auf die Lehrenden in der Praxis, weil diese durch ihren direkten Kontakt mit den Lernenden in besonderer Weise Einfluss auf die Qualität der politischen Erwachsenenbildung nehmen.

TpB: Welche Fragen standen dabei für Sie besonders im Fokus?

FS: Besonders interessiert hat mich, welche Relevanz die Lehrenden wissenschaftlichem Wissen beimessen. Wird dieses rezipiert und wenn ja, wie, wie oft und auf welchen Wegen? Außerdem wollte ich wissen, welche Bezugswissenschaften für die politischen Erwachsenenbildner_innen relevant sind und ob sich darüber hinaus aus einer professionalitätstheoretischen Sicht Erkenntnisse für das Berufsfeld generieren lassen. Um eine Binnenperspektive auf die Frage nach der Profession und Professionalität aufzuzeigen, habe ich Interviews geführt. Zugleich habe ich auch die Rahmenbedingungen des Feldes ausgeleuchtet.

TpB: Wen haben Sie befragt und nach welchen Kriterien haben Sie diese Personen ausgewählt?

FS: In der Studie wurden insgesamt zwölf politische Erwachsenenbildner_innen befragt. Mehrheitlich waren es Männer, die unterschiedlich aktiv in der Lehre sind. Wesentlich war bei der Auswahl der Interviewpartner_innen, dass sie in der Praxis politischer Bildung lehrend tätig sind, seit mindestens drei Jahren dem Feld angehören und dass die größten Anbietersegmente der politischen Erwachsenenbildung vertreten sind, d.h., dass sowohl Lehrende an Volkshochschulen, von konfessionellen und gewerkschaftlichen Trägern sowie von parteinahen Stiftungen vertreten sind. Weil die Studie keinen Anspruch auf statistische Repräsentativität erhebt, war es ein leitendes Prinzip, möglichst verschiedene Akteure einzubeziehen und die Pluralität dieses facettenreichen Feldes zumindest in Ansätzen abzubilden, d.h. in Bezug auf das Alter, die Tätigkeitsdauer, die inhaltlichen Themen, verschiedene Beschäftigungsverhältnisse und -umfänge und die geographische Reichweite der Lehrenden. Somit konnte ein breiter Wirklichkeitsausschnitt erfasst werden.

TpB: Haben Sie nur Personen interviewt, die ausschließlich politische Bildungsangebote für Erwachsene machen oder auch klassische Bildungsreferent_innen der politischen Bildung, die eher organisieren als selbst zu lehren?

FS: Gemein ist allen zwölf interviewten Personen, dass sie selbst lehren, allerdings in sehr unterschiedlichem Umfang. Während einige ausschließlich lehrend tätig sind, hatten andere Befragte ein Engagement in der Erwachsenenbildung, das über das Lehren hinausgeht, beispielsweise in der Organisation von Bildungsveranstaltungen, in denen sie selbst nicht in Interaktion mit den Teilnehmenden treten.

TpB: Was sind die zentralen Ergebnisse Ihrer Forschung?

FS: Wesentlich erscheint mir, dass die Rahmenbedingungen des Berufsfeldes mitunter prekär sind. Dies steht im Gegensatz zur Qualifikation und Motivation der lehrenden Erwachsenenbildner_innen und zur gesellschaftlichen Bedeutung des Feldes. Die befragten Lehrenden sind meines Erachtens als sehr engagiert einzustufen. Sie stellen zum Teil sehr ambitionierte Ansprüche an sich selbst und ihre Tätigkeit. Diese spiegeln sich jedoch nur sehr bedingt darin wider, wie sie sich auf Kurse vorbereiten und auch wie sie sich weiterbilden. Sie bilden sich vor allem informell über Medienrezeption, überwiegend Textlektüre, weiter. Welche Texte sie lesen ist sehr unterschiedlich. Im Wesentlichen konzentrieren sie sich auf Lerngegenstände, also auf die inhaltliche Dimension der Lehrtätigkeit. Sie rezipieren Bücher oder Aufsätze zu politischen Themen. Die pädagogische Dimension der Tätigkeit, also Fragen der Didaktik, des Arrangierens der Lernsettings, steht dagegen kaum im Fokus. Insgesamt sind wissenschaftliche Texte nicht überrepräsentiert und werden unterschiedlich beurteilt. Es lässt sich erkennen, dass beispielsweise überregionalen Tageszeitungen ein größerer Stellenwert beigemessen wird. Eine wesentliche Erkenntnis war für mich, dass der Diskurs über Professionalität zwar in der Wissenschaft geführt und teilweise auch durch Trägerimpulse befruchtet wird. Es ist aber kein Referenzpunkt für die Lehrenden in der Praxis. Sie formulieren selbst nicht den Anspruch professionellen Handelns. Vielmehr fragen sie danach, was eigentlich Professionalität ist. Das bedeutet, das Verhältnis von Theorie und Praxis ist für sie kein Merkmal professionellen Handelns in der Erwachsenenbildung. Auch Wissenschaftsbezug ist kein Gütekriterium, mehrheitlich erscheint ihnen das sogar fremd.

TpB: Zu welchen Erkenntnissen kamen Sie noch?

FS: Spannend ist das Verständnis der Komplexität der Lehrtätigkeit und die Besonderheiten der politischen Erwachsenenbildung. Denn das Verständnis für diese Spezifika ist eher schwach ausgeprägt. Das zeigt sich beispielsweise an den unspezifischen Selbstbeschreibungen der Befragten. Sie antworten auf die Frage, wie sie ihre Tätigkeit bezeichnen würden, sehr allgemein.  Die Selbstbeschreibungen könnten auch Geltung für andere Bereiche der Erwachsenenbildung oder andere pädagogische Bereiche haben. Im Hinblick auf die Bezugnahme zur Wissenschaft fällt auf, dass besondere Hürden bei denjenigen bestehen, die kein Studium absolviert haben. Wir haben eine Minderheit von Lehrenden, die nicht den Weg eines Studiums geht und nicht mit wissenschaftlicher Rationalität, Wissensgenerierung, Wissenskommunikation und wissenschaftlichen Wissenskanälen in Berührung kommt. Diese Gruppe ist in den wissenschaftlichen Betrachtungen unterrepräsentiert. Da stellt sich die Frage: Wie erhalten sie Zugang zu Wissenschaft und wie werden sie sensibilisiert für die Bedeutsamkeit und den Mehrwert von Wissenschaft?

TpB: Wie würden Sie das Verhältnis der Interviewten zur Wissenschaft insgesamt beschreiben?

FS: Die Einschätzungen, wie bedeutsam  Wissenschaft für ihre Arbeit ist, sind sehr unterschiedlich. Es finden sich unter den Interviewten zum Teil Personen, die der Wissenschaft eine sehr hohe Relevanz zuschreiben. Es gibt sicher auch solche, die sich um Distanz zur Wissenschaft bemühen, aber auch Befragte, die pauschal jegliche Bedeutung von Wissenschaft für die Lehrtätigkeit absprechen. Insgesamt hat mich das insofern überrascht, als dass die Befragten überwiegend ein Studium absolviert hatten. Einige von ihnen sind sogar promoviert oder promovierten gerade. Falsch wäre es meines Erachtens allerdings, generell Theoriefeindlichkeit oder Wissenschaftsdistanz zu unterstellen, weil es bei einigen durchaus Bezugnahme auf Wissenschaft gibt. Mindestens genauso problematisch wie das Ausbleiben von Theoriebezügen erscheint mir jedoch die Beliebigkeit der Theoriebezüge derjenigen, die sich auf Wissenschaft beziehen.

TpB: Welche Wissenschaftsdisziplinen werden denn rezipiert und welche eher weniger?

FS: Wenn wissenschaftliches Wissen rezipiert wird, dann sind das oftmals die eigenen Studienfächer. Das waren primär Politikwissenschaft, aber auch Geschichte, Soziologie und Wirtschaft. Die Lehrenden beziehen sich in ihren Kursangeboten oftmals auf politische Themen im Horizont ihrer Studiengänge. Die damit korrespondierenden Disziplinen sind für einige der Lehrenden die Wissenslieferanten für die inhaltliche Ausgestaltung des Angebots. Pädagogisches Wissen aus der Erziehungswissenschaft oder der Politikdidaktik wird hingegen kaum bis gar nicht rezipiert. Vielen Befragten ist die erziehungswissenschaftliche Teildisziplin der Erwachsenenbildung sogar nicht einmal bekannt. Sie wissen also nicht, dass es eine wissenschaftliche Disziplin gibt, die sich ihrer Lehrtätigkeit forschend zuwendet. Die Befragten verlassen sich hier auf Erfahrung, Routine und persönliche Eigenschaften. So wird beispielsweise auch Charisma als wesentliche Ressource der Lehrtätigkeit genannt.

TpB: Wie bewerten Sie diese Erkenntnisse?

FS: Diese Einseitigkeit der Bezugnahme auf Wissenschaft hinsichtlich der inhaltlichen Dimension der Lehrtätigkeit erscheint mir u.a. deshalb sehr problematisch, weil politische Erwachsenenbildung am ehesten noch in der Erziehungswissenschaft und in der Politikdidaktik eine Berücksichtigung findet. Allerdings wurde die Politikwissenschaft am häufigsten als Bezugsdisziplin genannt, die sich jedoch in den 1980er Jahren von dem Feld abgewendet hat. Für mich ist das die Konstellation eines Mismatches. Meines Erachtens zeigt dieses sehr variierende Rezeptionsverhalten einmal mehr, dass es an einer originären Bezugswissenschaft in der Erwachsenenbildung mangelt, die Orientierung stiften und auch Wissensbestände verschiedener relevanter Bezugsdisziplinen verbinden könnte.

Insgesamt kann die Studie die in der Literatur seit vielen Jahren vorgetragenen Zweifel in Bezug auf das Theorie-Praxis-Verhältnis in der politischen Erwachsenenbildung leider nicht entkräften. Allerdings möchte ich betonen, dass es für ein umfassendes Bild weiterer Forschung bedarf. Zugleich gibt die Arbeit natürlich Einblicke und lässt begründete Annahmen formulieren, beispielsweise, dass Wissenschaft keine unumstrittene Bezugsgröße für die Lehrenden ist oder dass die Tätigkeit oft im Modus des „Learning by Doing“ erschlossen wird. Die Lehrenden sehen keinen Bedarf einer systematischen Qualifikation oder Weiterbildung.

TpB: Was bedeutet das für die Profession politischer Erwachsenenbildung?

FS: Das Bewusstsein für das Spezifische der Lehrtätigkeit in der Erwachsenenbildung ist nur rudimentär ausgeprägt, die Lehrenden nehmen sich auch selbst nicht als Teil einer Profession wahr. Politische Erwachsenenbildung erfüllt Merkmale einer klassischen Profession ohnehin bestenfalls in Ansätzen. Zugleich zeigt sich aber auch, dass die an die Praxis herangetragenen Ansprüche seitens der Wissenschaft, Träger und Bildungspolitik in keinem Verhältnis zur Selbstwahrnehmung des Feldes und der Tätigkeitsauslegung der Akteure stehen. Allerdings stehen sie auch in keinem Verhältnis zu den mitunter prekären Rahmenbedingungen in diesem Feld.

Das Theorie-Praxis-Verhältnis erfährt auch dadurch eine Belastung, dass in der Praxis überraschend undifferenzierte Vorstellungen existieren, wie dieses Verhältnis aussehen sollte. Beispielsweise wurde geäußert, dass Wissenschaft anwendbare Theorien liefern soll oder es wurde Wissenschaft pauschal Praxisferne vorgeworfen. Das ist sehr abträglich für ein fruchtbares Theorie-Praxis-Verhältnis. Eine aufgeklärtere und weniger vorurteilsbeladene Sicht wäre aber wichtig, auch Sensibilität für den Stellenwert von wissenschaftlichen Wissensbeständen, insbesondere aus der Erziehungswissenschaft. Zudem wäre die Bereitschaft für tätigkeitsbezogene Fortbildung hilfreich. Und es gibt noch weiteren Forschungsbedarf für die zahlreichen Desiderate, die meine Studie herausgestellt hat.

TpB: Welche Bedeutung hat denn Forschung zu politischer Erwachsenenbildung?

FS: Erwachsenenbildung ist nicht weniger komplex als Schulunterricht oder Hochschullehre. Deshalb sollte man meines Erachtens auch die erwachsenenpädagogische Dimension der Lehrtätigkeit noch stärker zum Gegenstand der Reflexion im Feld der politischen Erwachsenenbildung erheben. Es gibt zum Teil sehr undifferenzierte Vorstellungen darüber, was Merkmale guten Lehrens sind oder was Aufgabenfelder in der Lehrtätigkeit sind. Die Praxis politischer Erwachsenenbildung muss viel stärker Gegenstand wissenschaftlicher Forschung und Lehre werden, was allerdings einen massiven Ausbau der zurzeit rudimentären wissenschaftlichen Infrastruktur bedeuten würde. Politische Erwachsenenbildung ist wissenschaftlich unterrepräsentiert und marginalisiert. Da stellt sich die Frage, mit wem die Praxis eigentlich in den Dialog treten soll.

TpB: Welche Vorteile kann eine Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis für die politische Erwachsenenbildung bringen?

FS: Ausgehend von der These, dass es sich hierbei um eine Zwei-Wege-Kommunikation handelt, sollte sich Praxis nicht nur darum bemühen, wissenschaftliches Wissen zu rezipieren, sondern auch selbst aktiv am Diskurs über politische Erwachsenenbildung teilhaben, beispielsweise durch Publikationen, Tagungsteilnahmen oder durch die mitwirkende Gestaltung von wissenschaftlichen Weiterbildungen, an denen es noch mangelt. Damit kann natürlich auch der Horizont der Wissenschaft ertragreich befruchtet werden. In jedem Fall verspricht die verstärkte Hinwendung zur Wissenschaft einen Ertrag für die Praxis politischer Erwachsenenbildung, denn wissenschaftliches Wissen entfaltet aufgrund seines Entstehungskontextes Qualitätsentwicklungspotenziale für die Bildungspraxis.

Wissenschaft stellt Erklärungs-, Hintergrund- und Orientierungswissen, aber auch Begründungswissen bereit. So können Ziele, Entscheidungen, Handlungen im Modus des didaktischen Handelns begründet werden. Wissenschaft stellt aber auch Sachwissen bereit über inhaltliche Gegenstände und bemüht sich um normative Klärung. Die Definition von Zielen und Erfolgskriterien in der politischen Erwachsenenbildung allein den Lehrenden in der Praxis zu überlassen – sie damit allein zu lassen – erscheint mir wenig zielführend.

Wissenschaft kann auch Selbstverständliches und eingeschliffene Routinen hinterfragen. Sie bemüht sich Komplexität zu beschreiben, die so in der Praxis vom Einzelnen nicht wahrgenommen werden kann. Wissenschaft kann außerdem helfen, die richtigen Fragen zu stellen, weil es ein Inventar an Kategorien und Begriffen gibt. Zum Beispiel kann der Begriff „Professionalität“ analysiert werden und damit zu einer differenzierten Wahrnehmung der komplexen Praxis beitragen. Dies könnte ein erster Schritt für eine professionelle Aufgabenbewältigung sein. Das erlaubt nicht nur eine zielgerichtete Kommunikation über Praxis, sondern kann als kritisches Korrektiv fungieren. 

TpB: Wie könnte der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis politischer Erwachsenenbildung verbessert werden?

FS: Der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis sollte intensiviert werden. Dies ist ja auch ein Anliegen der Transferstelle politische Bildung. Das erfordert den Auf- und Ausbau entsprechender Foren, die das ermöglichen. Außerdem sollte die Sensibilität für Professionalitätsansprüche gesteigert werden, ebenso die Bereitschaft zu Partizipation an wissenschaftlichen Angeboten. Dies setzt allerdings voraus, dass es entsprechende Beschäftigungsverhältnisse gibt, die die kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglichen, fördern und auch fordern.

TpB: Wir brauchen also auch ein Umdenken hinsichtlich der Beschäftigungsstrukturen?

FS: Ja, wir müssen uns fragen, ob die Beschäftigungsstrukturen für Honorarkräfte überhaupt zulassen, dass professionelle Ansprüche formuliert werden können. Welche Rekrutierungspraxen liegen in den Einrichtungen vor? Wann lohnt sich die wissenschaftliche Qualifizierung mit dem Ziel der Weiterentwicklung der Lehrtätigkeit? Welche Anreizstrukturen und Formen der Honorierung liegen vor? Ich würde dafür plädieren, diesen Themenbereich stärker in den Fokus zu rücken.

 

veröffentlicht am 5. September 2017

 

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  • Datenbankeintrag: Scheidig, Falk (2017): Professionalität politischer Erwachsenenbildung zwischen Theorie und Praxis. Eine empirische Studie zu wissenschaftsbasierter Lehrtätigkeit, Bad Heilbrunn. (255 S.) mehr